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Verzögerung, die 325.

Ich hab schon eine ganze Weile hier nichts mehr geschrieben. Und das hat auch seinen Grund, so extrem viel neues hat sich bei mir nämlich auch nicht getan.

In mir macht sich mittlerweile das Gefühl breit, dass bei mir alles irgendwie eine einzige große Verzögerung ist.

Im Februar hab ich damals ja angefangen mit meinen Barthaaren, obwohl ich schon eher damit beginnen wollte. Ich hab mich erstmal nach einer Möglichkeit umgeschaut das lasern zu finanzieren, was mehr oder weniger ohne Erfolg war. Angefangen hab ich mit der Blitzlampe, was mir anfangs nicht ganz schlecht schien. Ich bin nach drei Anwendungen vielleicht 30% der Haare losgeworden - der Laser wäre wohl gleich effektiver gewesen - aber ich musste erstmal wieder Zeit und Geld verschwenden. So hatte ich erst vor zwei Tagen meine erste Sitzung mit dem Laser.

Ende Februar wäre ich auch bereit gewesen mit den Hormonen anzufangen. Was passiert, meine Psychotherapeutin wird krank, ist zu dem noch schwanger und kommt nicht wieder. Mir vielleicht mal einen Tip zu geben, wie ich weitermachen könnte, einen Ersatzptherapeuten mir zu nennen oder irgendwas in die Richtung - dazu war man nicht in der Lage - das doofe war vor allem, weil ich nun rein gar nichts in der Hand hatte. Daran zu denken zum Semesterbeginn alles umzustellen, was ich eigentlich mal vorhatte, war dann überhaupt nicht mehr.

Nach einer ganzen Weile bin ich dann auf die Idee gekommen, einfach mal beim Gutachter in Leipzig vorzusprechen, wo ich zum Glück relativ schnell einen Termin bekam. (Ende April) Das lief dann auch soweit alles ganz gut. Nur musste ich dann fast wieder einen Monat (bis gestern) lang warten, bis mich das eigentlich kaum arbeitsintensive Gutachten erreichte.

Ich war natürlich nun erstmal richtig froh eine gewisse Bestätigung in der Hand zu haben und vor allem, dass ich nun bald mit den Hormonen anfangen könnte.

Denkste! Bei meinem Anruf heute dort bei dem einzigen Arzt hier in Chemnitz, bei dem ich meine gegengeschlechtliche Hormontherapie machen kann, wurde mir doch freundlicherweise mitgeteilt, dass der Dr. bald Urlaub hat und deswegen vorher und hinterher voll ausgebucht wäre. Ich soll nun erst einen Termin bekommen am 13. August, also in fast drei Monaten erst! Ich hab echt keinen Bock noch so lange zu warten. Gerade jetzt den ganzen Sommer noch quasi als Transvestit rumzulaufen, und dabei nach Männerschweiß zu stinken ist doch nur eine einzige Belastung. Mich kotzt das alles einfach nur noch an

 

Anna

 

 

25.5.07 16:58


Kleines Update

So, nachdem ich nun lang nichts von mir hab hören lassen nun mal wieder ein kleines Update. Sehr viel hat sich ja auch nicht bei mir geändert.

Also es ist nun so, dass ich mir meiner Sache immer sicherer geworden bin. Klar gibt es bei mir noch Punkte, die mich noch zweifeln lassen; aber vieles, was mich noch ziemlich beunruhigt hat, hat sich in aufgelöst. Einige Dinge, die mir immens wichtig waren und evtl einen Hinderungsgrund hätten darstellen können, haben keine solch hohe Priorität mehr. Es ist einfach irgendwie so, dass ich glaube keine Wahl mehr zu haben. Wie sollte den meine Alternative aussehen? Verzweifelt versuchen, ein normales Leben zu führen, wo es doch bisher auch nicht wirklich funktioniert hat? Zwar wäre es schön, eine Familie zu gründen und Kinder zu haben - aber wie soll mir das gelingen, wenn ich doch immer im Hinterkopf habe, dass ich wohl kein Kerl bin; und dass ich so nicht funktionieren kann? Und selbst wenn es mir den gelingen könnte, so wüsste ich doch dass meine TS wiederkommen würde, und ich dann alles nur noch schwerer hätte. Und so werde ich meinen Weg weitergehen.

Familiär hat sich bei mir so manches getan. Die Widerstände sind geringer geworden. Mein Stiefvater hat wenigstens kapiert, dass es wohl etwas ist, mit dem man Leben muss und dass man da wohl auch nichts wegtherapieren kann. Vom Verstehen und Akzeptieren kann leider aber noch nicht die Rede sein. Er regt sich immer noch mächtig auf, wenn ich was deutlich weibliches trage oder wenn meine Schwester mich mit "Schwesterchen" betituliert. Und noch immer versucht er meinen kleinen Bruder auf seine Seite zu ziehen, auch wenn er bei ihm da zum Glück auf Granit beißt.

Um mich ein wenig von der ständigen Beschäftigung mit mir abzulenken, habe ich versucht in einer politischen Community das Spielziel, den Posten der Internetkanzlerin anzustreben; das hat erstmal viel Zeit gekostet, aber ich bin knapp daran gescheitert. Vielleicht ist das wohl besser so.

Psychologisch bin ich auch weitergekommen. Ich hab das Gefühl dass ich knapp vor dem Punkt stehe, an dem ich mit Hormonen beginnen könnte. Es ist auch der körperliche Drang danach, der mich bald verrückt macht; wenn ich morgens aufwache, und da etwas in meinem Schritt spüre, dann bin ich schon morgens wieder schlecht drauf. Um diesem Drängen ein wenig nachzugeben hatte ich ja bereits Ende November damit begonnen ein wenig mit Phytohormonen zu experimentieren. Anfangs hat das die Auswirkung gehabt, dass mein Brustumfang und meine Brustwarzen sich leicht vergrößert haben. Danach hat sich nichts mehr getan, weswegen ich jetzt das Ganze wieder abgesetzt habe mit der negativen Folge, dass mein männlicher Trieb leider wieder zugenommen hat .

Ich spüre, dass es alles schneller gehen müsste; alles drängt mich danach. Allerdings spüre ich auch, dass es leider nicht so schnell geht. Ich hatte ja vor, das neue Semester gleich von Anfang an als vollkommen als Frau zu beginnen; aber objektiv wird das nix werden können. Körperlich und vor allem im Gesicht bin ich noch zu sehr Mann. Ich hab noch zuviel Bartwuchs und das große Problem ist meine Stimme. So mache ich mir vielleicht zu viel Druck, wenn ich versuche das alles jetzt in den nächsten Wochen ändern zu wollen.

Das Problem mit dem Bartwuchs bin ich jetzt angegangen. Vor zwei Tagen hatte ich die erste Sitzung zwecks Haarentfernung. Da ich nicht nur dunkle Barthaare habe, sondern auch blonde und rote kam die dafür besser geeignetere IPL-Blitzlampe (fürs Erste) zum Einsatz. Nach dem Auftragen des Ultraschallgels wurde ich dann mehrmals "geblitzt". Beschrieben wird das Gefühl dabei wie wenn man ein Gummiband auf Haut schnippst. Das kommt schon ungefähr hin. Trotz höherer Einstellung war es aber zum Aushalten, nur am Kinn und an der Oberlippe war es unangenehm. Irritierend war dabei vor allem auch, dass ich trotz geschlossener Augen und Schutzbrille den Blitz gesehen habe. Mein Haut hat es auch gut vertragen; es gab so gut wie gar keine Rötung. In den nächsten Tagen sollen die Haare nun ausfallen. Bis jetzt merke ich dass sich alles weicher angreift, und die Wachstumsgeschwindigkeit der verbleibenden Haare je nach Gesichtsregion geringer wurde. Nun, mal sehen wie es weitergeht. Das ganze Prozedere wird sich dann monatlich wiederholen bis dann hoffentlich alles weg ist. Das kostet mich 99€ pro Sitzung; wobei die Finanzierung insgesamt noch völlig offen ist. Ich hoffe ich brauche nicht so viel Sitzungen, dass es für mich bezahlbar bleibt.

Hoffentlich geht es nun bald richtig voran mit allem, Ich bin das warten leid.

 

Es drückt euch ganz lieb,

Anna

 

 

 

 

 

24.2.07 01:47


2007 - Jetzt gehts los!

 

Nachdem das letzte Jahr nicht gerade langweilig war; ich mehr über mich nachgedacht habe als je zuvor; und mich Dinge getraut habe, die ich mir nicht hätte träumen lassen; mich auf eine Art weiterentwickelt habe, die ich nicht für möglich gehalten hätte - da liegt doch die Vermutung nahe, dass ich das nicht so leicht überbieten könnte.

So wie es aber aussieht, wird das neue Jahr noch aufregender und noch schöner als das vergangene, was wohl daran liegt, dass ich den Weg, auf dem ich mich befinde weiter gehe. Das ist mein guter Vorsatz für dieses Jahr- und diesmal werde ich einen Vorsatz auch mal umsetzen. In der letzten Zeit habe ich so den Drang, dass ich dies alles extrem schnell umsetzen werde.

Begonnen habe ich ja schon damit, dass ich mehr und mehr öffentlich als Frau lebe. Inzwischen ist es ja schon so weit, dass ich an sich nur noch als Kerl rausgehe, wenn ich mal nach Hause zu meinen Eltern fahre und wenn ich in die Uni gehe. Letzteres wird immer schwieriger, weil ich komplett blöde vorkomme, so wie ich dort rumlaufe, so vollkommen unauthentisch irgendwie. Sowieso gebe ich als Kerl ein extrem komisches Bild ab, dass etwas faul mit mir ist dürfte wohl langsam jedem auffallen, der nicht ganz blind ist. Die Freiräume in denen ich mich als Frau bewege werden hingegen immer größer. Die meisten der Hemmungen, die ich vor einem Monat noch hatte in meinem Ort auf die Straße zu gehen sind verschwunden; komisch angeschaut werde ich auch nicht (oder ich merke es nicht). Es läuft. Was mich allerdings noch hemmt ist, dass ich keinerlei wirklich gültige Papiere habe. Einfach mal mit dem Studentenausweis Straßenbahn zu fahren ist da schon mit der Angst behaftet 40€ zahlen zu müssen, oder als Kerl erkannt zu werden. Ich kann aber bald den Zusatzausweis beantragen, das wird mir das ganze ein wenig erleichtern.

Ein zweiter Punkt, der mir wichtig war ist, dass ich mit meinem Stiefvater direkt über meine TS rede. Das hab ich am letzten Wochenende auch getan, nachdem ich ihm die Reportage "Ein Junge namens Nina" gezeigt habe. Wie erwartet bekomme ich von ihm kein Verständnis. Die ganze TS tut er als reine Spinnerei ab "Und irgendjemand meint dann, er wär ein Kamel" Wissenschaftliche Belege sind für ihn vollkommen irrelevant. "Gott hat dich so geschaffen, und deshalb musst du damit leben" Das ist wohl überhaupt das Hauptproblem, dass er gewissermaßen ein Fundamentalist ist, und mit Vorliebe die Bibel als Totschlagargument anbringt. So war das natürlich keine wirkliche Diskussion, da sämtliche Argumente schlichtweg ignoriert worden sind. Was mich dann doch negativ überrascht hat, war sein Entsetzen, als ich sagte, dass ich nicht daran glaube, dass die Welt in sieben Tagen erschaffen wurde. Da kann man echt nur mit dem Kopf schütteln. An irgendetwas hindern kann mich diese Haltung allerdings nicht, dazu steht mein Entschluss viel zu sehr fest. Ihn dazu überreden, dass er es akzeptiert, wird wohl nicht wirklich funktionieren - ich denke, es ist einfach das Beste, ihn einfach vor veränderte Realitäten zu stellen, vielleicht kapiert er das ja. Das es plötzlich für ihn kein Problem darstellt hab ich mir ja auch nicht von diesem Gespräch erhofft, mir war es halt nur wichtig überhaupt darüber zu reden.

 

Mein Körper ist ein weiterer Punkt, an dem ich zu arbeiten habe. Wenn man mich genau anschaut, dann sieht man schon deutlich, dass ich keine Frau bin - die Proportionen, der Bartschatten, die Geheimratsecken usw. Glücklicherweise schauen die meisten Menschen nicht so genau hin. Das Problem mit diesen doofen Haaren im Gesicht werde ich ja hoffentlich bald durch das Lasern in den Griff kriegen. Auch wenn das sicherlich nicht so angenehm ist, meine Haut wird sich langfristig freuen darüber. Der restliche Körper braucht dann natürlich die richtigen Hormone, wenn er so werden soll, wie er es sein sollte. Heute und Morgen wird es damit nicht losgehen können. Aber jedenfalls hab ich die Perspektive, dass es nicht mehr sehr lange dauern wird.

Nun ja, ich hab mir viel vorgenommen und begonnen es anzupacken. Leicht wird es nicht, aber letztlich wirds wohl schön aufregend und aufregend schön.

Ich wünsch euch das Beste,

Anna

10.1.07 01:07


Weihnachten ist vorbei / Das Jahr geht zu Ende

Weihnachten ist vorüber

Nun ist auch dieses Weihnachten zu Hause wieder vorbei. Es war nicht ganz so schlimm, wie ich befürchtet habe, aber schon ein wenig komisch.

Da ist einmal, dass ich es bisher noch immer nicht geschafft habe mit meinem Stiefvater über meine TS direkt zu reden, was die ganze Situation nun etwas komplizierte. Dementsprechend wäre es natürlich auch nicht ok gewesen, wenn ich dann dort als Frau aufgetaucht wäre.

Davon mal abgesehen fällt es mir richtig schwer noch vollständig als Kerl durchzugehen. Wenn ich früheren Freunden begegne, dann ist für die richtig schwierig mich überhaupt noch wieder zu erkennen und etwas komisch schauen die mich auf jeden Fall an. Wenn mich dann noch jemand als "hübsche junge Frau" bezeichnete, trotz dass ich als Kerl unterwegs war, dann freut mich das natürlich sehr und zeigt mir, dass die Zeit vorbei ist, in der ich mich hätte verstecken können. Mehr und mehr werden davon erfahren (müssen).

In der restlichen Familie fängt man hingegen an damit zunehmend besser umzugehen. Meine Mutter hat mir zB. ein Parfum geschenkt , bei dem sie von Anfang an nur an ihre jüngere Tochter, also mich, gedacht hat - ein schönes Symbol ihrer Akzeptanz. Und für meine Schwester ist die Sache sowieso geklärt, ich bin ihr Schwesterchen. Punkt.

Auch wenn es mich tierisch angenervt hat, dass ich nicht Frau sein durfte über Weihnachten, so wird das jedenfalls hoffentlich das letzte Weihnachten als Kerl gewesen sein.

Damit geht ein aufregendes Jahr zu Ende.

Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, was alles in diesen Jahr passiert, dann hätte ich denjenigen vollkommen für verrückt erklärt. Vor nicht mal neun Monaten wäre es für mich nicht denkbar gewesen, draußen als Frau rumzulaufen, mich zu outen und erst recht nicht, dass ich heute schon die meiste Zeit als Frau lebe.

Wie hab ich dies alles nur schaffen können? Das ist mir schleierhaft - gerade ich, der/die sich nie was getraut hat, das Leben so grundlegend zu ändern - Dinge zu tun, die ich mir nie träumen lassen. Ich frag mich echt, woher ich die Energie dazu genommen habe. Aber irgendwie hab ich es halt geschafft und mir geht es damit besser als je zuvor.

Von einem bärtigem Etwas am Anfang dieses Jahres zu:

Ich glaub darauf kann ich stolz sein.

Ohne die vielen netten Menschen, die mich unterstützt haben, mit denen ich reden konnte, die mich aufgebaut haben, wenn ich am Boden war, die mir weitergeholfen haben, wenn ich nicht weiter wusste - dann wär ich heute nicht da wo ich bin.

Danke euch allen!

 

Ausblick - so wird 2007

Nach diesem aufregendem 2006 wird es ein noch aufregenderes 2007 geben. Da stehen noch eine Menge schwierige Schritte vor mir. Auch wenn mir das warum noch nicht wirklich völlig klar ist, so bin ich gewillt, diesen Weg weiterzugehen. So schwierig es auch wird, irgendwie freu ich mich auch drauf, denn es bringt mich näher daran, wie ich sein möchte bzw. wie ich bin. Bis auf die Uni und, wenn ich zuhause bin, hab ich den sogenannten Alltagstest ja bereits vor einer Woche begonnen.

Dank einer Megalieben Freundin werd ich nun hoffentlich im Januar auch anfangen können mit lasern. ( Wenn du das liest: Ich wünsch dir das allerbeste für deine bevorstehende OP, mögen sich deine Hoffnungen erfüllen und dir diese Zeit nicht so schwer fallen *ganzganzfestknuddel*) Mit etwas Glück wird es dann auch nicht mehr so lange dauern, dass mit der richtigen HRT beginnen kann. Mal sehen...

So, wie das Jahr aufgehört hat und das neue beginnen wird, so soll das neue auch werden - Als Frau. Hoffen wir das Beste.

 

Ich wünsch euch allen das Beste für das neue Jahr, kommt gut hinein!

liebe Grüße

Anna

30.12.06 00:35


Mal wieder was/nichts neues von mir

So, nun will ich mal wieder meinen Blog ein wenig weiterführen.

Man könnte meinen, eigentlich geht es mir doch nicht schlecht.

Ich hab schon einiges erreicht, und mich äußerlich auf jeden Fall und auch innerlich ein wenig zum Besseren entwickelt. Wenn ich da zum Beispiel mich heute mit Bildern von vor einem Jahr vergleiche, dann sieht man schon ein paar Unterschiede (ich liebe Understatements *g*). Auch innerlich hat sich schon eine Menge getan, Dinge die ich mir nie hätte träumen können, tue ich jetzt regelmäßig; ich hab so häufig immer wieder ein paar weitere Ängste überwinden können, dass es schon fast an ein Wunder grenzt.

Ein Experiment mit ein paar Kräuterkapseln, was ich vor zwei Wochen dank einer lieben Freundin starten konnte, läuft ziemlich gut. Es haben sich schon so ein paar positive Effekte ergeben , was mich natürlich sehr freut.

Diese Woche hatte ich auch wieder eine Sitzung bei meiner Psych. Ich hab ihr in Grundzügen in etwa das erzählt, was ich im letzten Blogeintrag beschrieben habe, was ihr sichtlich so gut gefiel, dass sie mich fragt: "Was wollen sie eigentlich hier?" Scheinbar scheine ich meinen Weg irgendwie richtig zu gehen, was mich irgendwie irritiert, da ich von mir es aus meiner Vergangenheit gar nicht wirklich kenne, dass ich irgendeinen Weg richtig und erfolgreich gegangen bin.

Im Gegensatz zu dieser irgendwie schon erfolgreichen Sitzung bin ich gestern wieder mal in diese Alles-ist-ja-so-sinnlos-Stimmung verfallen. Möglicherweise liegt das daran, dass eben nicht alles so super aussieht, wie es in der Sitzung rüber kam. Mit meinem Studium gehts nicht wirklich vorwärts, was mich sichtlich ärgert, und um einen höheren Gang einzuschalten bin ich erstens zu faul (ja, ich gebs ja zu) und zweitens fehlt mir vollkommen die Konzentration dazu . Weiterhin hab ich mich noch mit einer Freundin gestritten, die etwas tun möchte, was ich zwar ein wenig für übereilt halte, aber statt sie zu unterstützen, wie es sich eigentlich gehören würde, labere ich Arsch sie nur blöd voll. Ich hab doch genug eigene Ecken, Kanten und Probleme - meine in sie reinzuprojizieren ist weder besonders nett noch hilfreich. (Wenn du das liest, Sorry)

Dann merk ich eben auch, dass es immer noch viel gibt, was ich mir irgendwie nicht so richtig traue und dann sind da noch 'ne Menge Punkte sind, die mich tierisch an meinem äußeren ankotzen, wie mein weder komplettes noch wirklich tolles Outfit und viel schlimmer der Bartschatten (vor allem auf der Oberlippe) den ich egal was ich tue nicht richtig übertünchen kann, was mich momentan ziemlich stark behindert. Dagegen ernsthaft was zu tun werde ich wohl in der nächsten Zeit vollkommen vergessen können.

Vielleicht sollte ich mich ja einfach mal um einen Nebenjob kümmern, das könnte mir die nötige Ablenkung bringen, und mich vielleicht auch einen Tick näher an die Lösung eines meiner Probleme heranbringen. Aber hier im Osten was zu finden, wo man dafür genug verdient wird kaum möglich sein, vor allem ohne Qualifikation. Und selbst wenn, werde ich wohl nicht die ausreichende Konzentration mitbringen können, wenn die mir auch schon für das Studium nicht ausreicht. Ach, ist doch alles blöd.

 

Na, vielleicht mach ich mir auch viel zu viele unnütze Gedanken, und am Ende ist doch alles einfacher als ich denke. Aber was weiß ich schon...

Wie auch immer...

 

lG,

Anna

15.12.06 11:25


Zu Schnell vs. Zu Langsam / Optimistisch vs. Pessimismistisch

In mir kommen immer wieder gegensätzliche Gefühle hoch. Gehe ich meinen Weg zu langsam oder etwa zu schnell? Bin ich zu optimistisch über meine Fortschritte oder sollte ich nicht besser pessimistisch sein, weil so manches noch gar nicht geht?

Ich bin zu langsam.
Es ärgert mich zunehmend mehr, dass ich nicht weiter rausgeh, das ich den Rahmen in dem ich Frau leben kann nur sehr langsam erweitere. Dass ich viel zu wenig neues wage. Und dass die Zeiträume zwischen den Psychotherapie-Sitzungen zu lang sind. usw..

Ich bin zu schnell.
Manchmal kommt bei mir so ein Punkt, an dem ich mir sage: "Was tust du eigentlich hier? Das wär doch vor einer Weile alles noch gar nicht vorstellbar gewesen!" Dann kommen doch so ein paar Gedanken, dass ich länger gebraucht
hätte um jeden Schritt zu verarbeiten.
Und auch meine Mitmenschen haben ein paar Problem mit dieser Geschwindigkeit fertig zu werden. So war meine Mutter noch nicht bereit mit mir als Anna auf den Weihnachtsmarkt zu gehen - was ja auch nicht unbedingt verwunderlich ist, da so noch gar nicht so lang über ihre Tochter Bescheid weis.

Optimistisch.
Gerade so eine Rückschau ist immer wieder ein Grund optimistisch zu sein. Was ich mich alles getraut habe kann man
manchmal eigentlich nur als Wunder betrachten. Gerade für jemanden wie mich, der/die sich immer nix getraut hat ist das unbeschreiblich, auf welche Weise ich meine Ängste immer wieder überwunden habe. Wieso sollte es denn nicht weiter so gehen? Ich geh meinen Weg als Frau und alles wird einfach nur toll ?!?!

Pessimistisch.
Gelegentlich schau ich in den Spiegel und könnte nur noch heulen. Meine Haare sehen wieder mal struppig aus, und keine Frisur funktioniert wirklich. Der Bartschatten auf der Oberlippe verschwindet auch durch die dickste Make-Up Schicht nicht und noch ärgerlicher sind die extrem wunden Stellen durch das viele Rasieren. Vielleicht wär das einfacher wenn ich Lasern würde, aber die Ebbe auf meinem Konto rückt das alles in weite Ferne. Überhaupt klappt nichts so richtig und ich komm nicht vorwärts. Vielleicht mach ich mir ja sowieso nur was vor. Und wirklich gut gehen kann es mir ja sowieso nicht - irgendwann geht auf jeden Fall mal was schief und je länger es mir gut geht desto schlimmer.

 

 

Vielleicht sind diese verschiedenen Emotionen ja völlig normal und auch gut und richtig wenn sie in der Balance bleiben. Mein Pessimismus hilft mir realistisch zu bleiben und nicht vor lauter Euphorie nur Luftschlösser zu bauen. Mein Optimismus bewirkt, dass ich Veränderungen auch bemerke und mich darüber freuen kann; den Augenblick mehr zu genießen und mich nicht abschrecken lasse von den Schwierigkeiten, die es auf jeden Fall gibt. Dass alles zu langsam geht ist wohl eine gute Triebfeder, immer wieder was neues zu probieren und mich immer wieder mehr zu wagen und damit letztlich alles voranzutreiben. Das Gefühl, alles wäre wohl zu schnell ist bei mir momentan nur schwach ausgeprägt, aber es hilft mir mich besser selbst zu reflektieren und verhindert, dass ich meine Mitmenschen zu sehr überfordere.

Stell ich mich nun in die Mitte dieser Gefühle, so hab ich den Eindruck, dass ich mich wohl mit der richtigen Geschwindigkeit auf dem richtigem Wege befinde, auch wenn noch so verdammt viel an meiner Situation verbesserungswürdig ist.

 

Hoffnungsvolle Grüße,

Anna

 

PS: Falls ihr ein wenig Langweile habt, könnt ihr ja das mal machen: http://six.flash-gear.com/npuz/puz.php?c=v&id=1875758&k=5472434

5.12.06 13:32


Hier mal nen kleines Bild von mir:


1.12.06 00:03


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