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Hier mal nen kleines Bild von mir:


1.12.06 00:03


Zu Schnell vs. Zu Langsam / Optimistisch vs. Pessimismistisch

In mir kommen immer wieder gegensätzliche Gefühle hoch. Gehe ich meinen Weg zu langsam oder etwa zu schnell? Bin ich zu optimistisch über meine Fortschritte oder sollte ich nicht besser pessimistisch sein, weil so manches noch gar nicht geht?

Ich bin zu langsam.
Es ärgert mich zunehmend mehr, dass ich nicht weiter rausgeh, das ich den Rahmen in dem ich Frau leben kann nur sehr langsam erweitere. Dass ich viel zu wenig neues wage. Und dass die Zeiträume zwischen den Psychotherapie-Sitzungen zu lang sind. usw..

Ich bin zu schnell.
Manchmal kommt bei mir so ein Punkt, an dem ich mir sage: "Was tust du eigentlich hier? Das wär doch vor einer Weile alles noch gar nicht vorstellbar gewesen!" Dann kommen doch so ein paar Gedanken, dass ich länger gebraucht
hätte um jeden Schritt zu verarbeiten.
Und auch meine Mitmenschen haben ein paar Problem mit dieser Geschwindigkeit fertig zu werden. So war meine Mutter noch nicht bereit mit mir als Anna auf den Weihnachtsmarkt zu gehen - was ja auch nicht unbedingt verwunderlich ist, da so noch gar nicht so lang über ihre Tochter Bescheid weis.

Optimistisch.
Gerade so eine Rückschau ist immer wieder ein Grund optimistisch zu sein. Was ich mich alles getraut habe kann man
manchmal eigentlich nur als Wunder betrachten. Gerade für jemanden wie mich, der/die sich immer nix getraut hat ist das unbeschreiblich, auf welche Weise ich meine Ängste immer wieder überwunden habe. Wieso sollte es denn nicht weiter so gehen? Ich geh meinen Weg als Frau und alles wird einfach nur toll ?!?!

Pessimistisch.
Gelegentlich schau ich in den Spiegel und könnte nur noch heulen. Meine Haare sehen wieder mal struppig aus, und keine Frisur funktioniert wirklich. Der Bartschatten auf der Oberlippe verschwindet auch durch die dickste Make-Up Schicht nicht und noch ärgerlicher sind die extrem wunden Stellen durch das viele Rasieren. Vielleicht wär das einfacher wenn ich Lasern würde, aber die Ebbe auf meinem Konto rückt das alles in weite Ferne. Überhaupt klappt nichts so richtig und ich komm nicht vorwärts. Vielleicht mach ich mir ja sowieso nur was vor. Und wirklich gut gehen kann es mir ja sowieso nicht - irgendwann geht auf jeden Fall mal was schief und je länger es mir gut geht desto schlimmer.

 

 

Vielleicht sind diese verschiedenen Emotionen ja völlig normal und auch gut und richtig wenn sie in der Balance bleiben. Mein Pessimismus hilft mir realistisch zu bleiben und nicht vor lauter Euphorie nur Luftschlösser zu bauen. Mein Optimismus bewirkt, dass ich Veränderungen auch bemerke und mich darüber freuen kann; den Augenblick mehr zu genießen und mich nicht abschrecken lasse von den Schwierigkeiten, die es auf jeden Fall gibt. Dass alles zu langsam geht ist wohl eine gute Triebfeder, immer wieder was neues zu probieren und mich immer wieder mehr zu wagen und damit letztlich alles voranzutreiben. Das Gefühl, alles wäre wohl zu schnell ist bei mir momentan nur schwach ausgeprägt, aber es hilft mir mich besser selbst zu reflektieren und verhindert, dass ich meine Mitmenschen zu sehr überfordere.

Stell ich mich nun in die Mitte dieser Gefühle, so hab ich den Eindruck, dass ich mich wohl mit der richtigen Geschwindigkeit auf dem richtigem Wege befinde, auch wenn noch so verdammt viel an meiner Situation verbesserungswürdig ist.

 

Hoffnungsvolle Grüße,

Anna

 

PS: Falls ihr ein wenig Langweile habt, könnt ihr ja das mal machen: http://six.flash-gear.com/npuz/puz.php?c=v&id=1875758&k=5472434

5.12.06 13:32


Mal wieder was/nichts neues von mir

So, nun will ich mal wieder meinen Blog ein wenig weiterführen.

Man könnte meinen, eigentlich geht es mir doch nicht schlecht.

Ich hab schon einiges erreicht, und mich äußerlich auf jeden Fall und auch innerlich ein wenig zum Besseren entwickelt. Wenn ich da zum Beispiel mich heute mit Bildern von vor einem Jahr vergleiche, dann sieht man schon ein paar Unterschiede (ich liebe Understatements *g*). Auch innerlich hat sich schon eine Menge getan, Dinge die ich mir nie hätte träumen können, tue ich jetzt regelmäßig; ich hab so häufig immer wieder ein paar weitere Ängste überwinden können, dass es schon fast an ein Wunder grenzt.

Ein Experiment mit ein paar Kräuterkapseln, was ich vor zwei Wochen dank einer lieben Freundin starten konnte, läuft ziemlich gut. Es haben sich schon so ein paar positive Effekte ergeben , was mich natürlich sehr freut.

Diese Woche hatte ich auch wieder eine Sitzung bei meiner Psych. Ich hab ihr in Grundzügen in etwa das erzählt, was ich im letzten Blogeintrag beschrieben habe, was ihr sichtlich so gut gefiel, dass sie mich fragt: "Was wollen sie eigentlich hier?" Scheinbar scheine ich meinen Weg irgendwie richtig zu gehen, was mich irgendwie irritiert, da ich von mir es aus meiner Vergangenheit gar nicht wirklich kenne, dass ich irgendeinen Weg richtig und erfolgreich gegangen bin.

Im Gegensatz zu dieser irgendwie schon erfolgreichen Sitzung bin ich gestern wieder mal in diese Alles-ist-ja-so-sinnlos-Stimmung verfallen. Möglicherweise liegt das daran, dass eben nicht alles so super aussieht, wie es in der Sitzung rüber kam. Mit meinem Studium gehts nicht wirklich vorwärts, was mich sichtlich ärgert, und um einen höheren Gang einzuschalten bin ich erstens zu faul (ja, ich gebs ja zu) und zweitens fehlt mir vollkommen die Konzentration dazu . Weiterhin hab ich mich noch mit einer Freundin gestritten, die etwas tun möchte, was ich zwar ein wenig für übereilt halte, aber statt sie zu unterstützen, wie es sich eigentlich gehören würde, labere ich Arsch sie nur blöd voll. Ich hab doch genug eigene Ecken, Kanten und Probleme - meine in sie reinzuprojizieren ist weder besonders nett noch hilfreich. (Wenn du das liest, Sorry)

Dann merk ich eben auch, dass es immer noch viel gibt, was ich mir irgendwie nicht so richtig traue und dann sind da noch 'ne Menge Punkte sind, die mich tierisch an meinem äußeren ankotzen, wie mein weder komplettes noch wirklich tolles Outfit und viel schlimmer der Bartschatten (vor allem auf der Oberlippe) den ich egal was ich tue nicht richtig übertünchen kann, was mich momentan ziemlich stark behindert. Dagegen ernsthaft was zu tun werde ich wohl in der nächsten Zeit vollkommen vergessen können.

Vielleicht sollte ich mich ja einfach mal um einen Nebenjob kümmern, das könnte mir die nötige Ablenkung bringen, und mich vielleicht auch einen Tick näher an die Lösung eines meiner Probleme heranbringen. Aber hier im Osten was zu finden, wo man dafür genug verdient wird kaum möglich sein, vor allem ohne Qualifikation. Und selbst wenn, werde ich wohl nicht die ausreichende Konzentration mitbringen können, wenn die mir auch schon für das Studium nicht ausreicht. Ach, ist doch alles blöd.

 

Na, vielleicht mach ich mir auch viel zu viele unnütze Gedanken, und am Ende ist doch alles einfacher als ich denke. Aber was weiß ich schon...

Wie auch immer...

 

lG,

Anna

15.12.06 11:25


Weihnachten ist vorbei / Das Jahr geht zu Ende

Weihnachten ist vorüber

Nun ist auch dieses Weihnachten zu Hause wieder vorbei. Es war nicht ganz so schlimm, wie ich befürchtet habe, aber schon ein wenig komisch.

Da ist einmal, dass ich es bisher noch immer nicht geschafft habe mit meinem Stiefvater über meine TS direkt zu reden, was die ganze Situation nun etwas komplizierte. Dementsprechend wäre es natürlich auch nicht ok gewesen, wenn ich dann dort als Frau aufgetaucht wäre.

Davon mal abgesehen fällt es mir richtig schwer noch vollständig als Kerl durchzugehen. Wenn ich früheren Freunden begegne, dann ist für die richtig schwierig mich überhaupt noch wieder zu erkennen und etwas komisch schauen die mich auf jeden Fall an. Wenn mich dann noch jemand als "hübsche junge Frau" bezeichnete, trotz dass ich als Kerl unterwegs war, dann freut mich das natürlich sehr und zeigt mir, dass die Zeit vorbei ist, in der ich mich hätte verstecken können. Mehr und mehr werden davon erfahren (müssen).

In der restlichen Familie fängt man hingegen an damit zunehmend besser umzugehen. Meine Mutter hat mir zB. ein Parfum geschenkt , bei dem sie von Anfang an nur an ihre jüngere Tochter, also mich, gedacht hat - ein schönes Symbol ihrer Akzeptanz. Und für meine Schwester ist die Sache sowieso geklärt, ich bin ihr Schwesterchen. Punkt.

Auch wenn es mich tierisch angenervt hat, dass ich nicht Frau sein durfte über Weihnachten, so wird das jedenfalls hoffentlich das letzte Weihnachten als Kerl gewesen sein.

Damit geht ein aufregendes Jahr zu Ende.

Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, was alles in diesen Jahr passiert, dann hätte ich denjenigen vollkommen für verrückt erklärt. Vor nicht mal neun Monaten wäre es für mich nicht denkbar gewesen, draußen als Frau rumzulaufen, mich zu outen und erst recht nicht, dass ich heute schon die meiste Zeit als Frau lebe.

Wie hab ich dies alles nur schaffen können? Das ist mir schleierhaft - gerade ich, der/die sich nie was getraut hat, das Leben so grundlegend zu ändern - Dinge zu tun, die ich mir nie träumen lassen. Ich frag mich echt, woher ich die Energie dazu genommen habe. Aber irgendwie hab ich es halt geschafft und mir geht es damit besser als je zuvor.

Von einem bärtigem Etwas am Anfang dieses Jahres zu:

Ich glaub darauf kann ich stolz sein.

Ohne die vielen netten Menschen, die mich unterstützt haben, mit denen ich reden konnte, die mich aufgebaut haben, wenn ich am Boden war, die mir weitergeholfen haben, wenn ich nicht weiter wusste - dann wär ich heute nicht da wo ich bin.

Danke euch allen!

 

Ausblick - so wird 2007

Nach diesem aufregendem 2006 wird es ein noch aufregenderes 2007 geben. Da stehen noch eine Menge schwierige Schritte vor mir. Auch wenn mir das warum noch nicht wirklich völlig klar ist, so bin ich gewillt, diesen Weg weiterzugehen. So schwierig es auch wird, irgendwie freu ich mich auch drauf, denn es bringt mich näher daran, wie ich sein möchte bzw. wie ich bin. Bis auf die Uni und, wenn ich zuhause bin, hab ich den sogenannten Alltagstest ja bereits vor einer Woche begonnen.

Dank einer Megalieben Freundin werd ich nun hoffentlich im Januar auch anfangen können mit lasern. ( Wenn du das liest: Ich wünsch dir das allerbeste für deine bevorstehende OP, mögen sich deine Hoffnungen erfüllen und dir diese Zeit nicht so schwer fallen *ganzganzfestknuddel*) Mit etwas Glück wird es dann auch nicht mehr so lange dauern, dass mit der richtigen HRT beginnen kann. Mal sehen...

So, wie das Jahr aufgehört hat und das neue beginnen wird, so soll das neue auch werden - Als Frau. Hoffen wir das Beste.

 

Ich wünsch euch allen das Beste für das neue Jahr, kommt gut hinein!

liebe Grüße

Anna

30.12.06 00:35





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