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Zu Schnell vs. Zu Langsam / Optimistisch vs. Pessimismistisch

In mir kommen immer wieder gegensätzliche Gefühle hoch. Gehe ich meinen Weg zu langsam oder etwa zu schnell? Bin ich zu optimistisch über meine Fortschritte oder sollte ich nicht besser pessimistisch sein, weil so manches noch gar nicht geht?

Ich bin zu langsam.
Es ärgert mich zunehmend mehr, dass ich nicht weiter rausgeh, das ich den Rahmen in dem ich Frau leben kann nur sehr langsam erweitere. Dass ich viel zu wenig neues wage. Und dass die Zeiträume zwischen den Psychotherapie-Sitzungen zu lang sind. usw..

Ich bin zu schnell.
Manchmal kommt bei mir so ein Punkt, an dem ich mir sage: "Was tust du eigentlich hier? Das wär doch vor einer Weile alles noch gar nicht vorstellbar gewesen!" Dann kommen doch so ein paar Gedanken, dass ich länger gebraucht
hätte um jeden Schritt zu verarbeiten.
Und auch meine Mitmenschen haben ein paar Problem mit dieser Geschwindigkeit fertig zu werden. So war meine Mutter noch nicht bereit mit mir als Anna auf den Weihnachtsmarkt zu gehen - was ja auch nicht unbedingt verwunderlich ist, da so noch gar nicht so lang über ihre Tochter Bescheid weis.

Optimistisch.
Gerade so eine Rückschau ist immer wieder ein Grund optimistisch zu sein. Was ich mich alles getraut habe kann man
manchmal eigentlich nur als Wunder betrachten. Gerade für jemanden wie mich, der/die sich immer nix getraut hat ist das unbeschreiblich, auf welche Weise ich meine Ängste immer wieder überwunden habe. Wieso sollte es denn nicht weiter so gehen? Ich geh meinen Weg als Frau und alles wird einfach nur toll ?!?!

Pessimistisch.
Gelegentlich schau ich in den Spiegel und könnte nur noch heulen. Meine Haare sehen wieder mal struppig aus, und keine Frisur funktioniert wirklich. Der Bartschatten auf der Oberlippe verschwindet auch durch die dickste Make-Up Schicht nicht und noch ärgerlicher sind die extrem wunden Stellen durch das viele Rasieren. Vielleicht wär das einfacher wenn ich Lasern würde, aber die Ebbe auf meinem Konto rückt das alles in weite Ferne. Überhaupt klappt nichts so richtig und ich komm nicht vorwärts. Vielleicht mach ich mir ja sowieso nur was vor. Und wirklich gut gehen kann es mir ja sowieso nicht - irgendwann geht auf jeden Fall mal was schief und je länger es mir gut geht desto schlimmer.

 

 

Vielleicht sind diese verschiedenen Emotionen ja völlig normal und auch gut und richtig wenn sie in der Balance bleiben. Mein Pessimismus hilft mir realistisch zu bleiben und nicht vor lauter Euphorie nur Luftschlösser zu bauen. Mein Optimismus bewirkt, dass ich Veränderungen auch bemerke und mich darüber freuen kann; den Augenblick mehr zu genießen und mich nicht abschrecken lasse von den Schwierigkeiten, die es auf jeden Fall gibt. Dass alles zu langsam geht ist wohl eine gute Triebfeder, immer wieder was neues zu probieren und mich immer wieder mehr zu wagen und damit letztlich alles voranzutreiben. Das Gefühl, alles wäre wohl zu schnell ist bei mir momentan nur schwach ausgeprägt, aber es hilft mir mich besser selbst zu reflektieren und verhindert, dass ich meine Mitmenschen zu sehr überfordere.

Stell ich mich nun in die Mitte dieser Gefühle, so hab ich den Eindruck, dass ich mich wohl mit der richtigen Geschwindigkeit auf dem richtigem Wege befinde, auch wenn noch so verdammt viel an meiner Situation verbesserungswürdig ist.

 

Hoffnungsvolle Grüße,

Anna

 

PS: Falls ihr ein wenig Langweile habt, könnt ihr ja das mal machen: http://six.flash-gear.com/npuz/puz.php?c=v&id=1875758&k=5472434

5.12.06 13:32
 


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